15er Jollenkreuzer Fragen

Jonne
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Jonne » Mi 25. Mär 2020, 13:39

Hallo.
Lackieren der Bilge halte ich nicht für gut und notwendig. Bei dieser Bilge, die auf den Bildern zu sehen ist, müssen viele Vorarbeiten gemacht werden. Nicht nur entfernen der alten Beschichtungen! Wenn dann die Voraussetzungen geschaffen sind würde ich auf Ölbasis arbeiten.
Ich pflege seit vielen Jahren Jollen und andere Holzboote.
Wir behandeln die Bilge mit IMP von Toplicht ausreichend. Das Holz nimmt unterschiedlich auf, so dass an manchen Stellen auch mehr aufgetragen werden muss. Ein vollständiges tränken des Holzes ist nicht zu empfehlen, da sich dieses später nur noch sehr schlecht verleimen, oder kleben, lässt. Anschließend werden ca. 2-3 Schichten Dünnschichtlasur aufgetragen. Diese ist leicht zu verarbeiten, in dünnen Schichten! Anschließend hat man eine transparente, diffusionsoffene Oberfläche die leicht zu reinigen ist
und zur Nachbehandlung mit Öl oder Dünnschichtlasur ohne großen Aufwand nachzubearbeiten ist. Ein anschleifen ist nicht notwendig, nur eine gründliche Reinigung.
Die Besitzer der Boote sind dankbar für meinen Ratschlag und freuen sich seit Jahren über ihre pflegearmen Bilgen.

Herzliche Grüße von Jonne
Patrick15er
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Patrick15er » So 29. Mär 2020, 16:54

Hi Jonne, stimmt da ist noch einiges zu schleifen, so oder so muss das aber erstmal alles ab. Das mit dem lackieren wurde mir eben auch empfohlen, damit man besser mit epoxy kleben kann, außerdem heißt eben einmal ölen immer ölen und auch hier gehen die Tipps weit auseinander. Du würdest also empfehlen zuerst imp drauf, dann leicht ölen, vermutlich mit d1 und dann eine lasur - welche denn zum Beispiel?
Hat denn auch jemand Beispiele wo das lackieren tatsächlich ursache war, dass die Bilge verrotet ist. Vielleicht sollte ich auch dazusagen, dass mein Boot nicht die ganze Zeit im Wasser liegen wird. Diese Saison, wegen der aktuellen Umstände sogar recht wenig und sonst vermutlich auch immer mal wieder paar Wochen auch während des Sommers an Land - Ändert das irgendwas an den Empfehlungen ?

Hier übrigens der aktuelle Stand
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90704309_1478287549012245_5995632319237455872_n.jpg (107.44 KiB) 1413 mal betrachtet
Übernächste Woche solls dann weiter mit Bilge schleifen gehen
gerade sind Schränke Schubladen und Backskisten dran.
helmsman-2
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von helmsman-2 » So 29. Mär 2020, 17:51

Hi Patrick,

in dem letzten Bild sieht der Zustand der Bilge und des Holzes deutlich besser aus, als auf dem ersten Bild. Ist vermutlich an einer anderen Stelle, wo das Wasser nicht so oft steht.
Meine Meinung zu Lackieren habe ich ja schon gesagt, da will ich auch nichts Neues dazu sagen.
Was mir aber auf dem letzten Bild auffällt, ist, dass die Schäftungen Deiner Spantreparaturen viel zu kurz sind. Das ist mehr eine kosmetische Reparatur, als eine wirklich belastbare Reparatur. Die Reparaturstelle sollte mindestens 1:8 bis 1:10 geschäftet sein (also bei 1 cm Dicke, je Seite 8-10 cm lang). Andere mögen vielleicht auch kürzere Schäftverhältnisse angeben, aber 1:1,5 oder 1: 2 ist definitiv fast eine Stirnholzverklebung.
Also bevor Du die Reparaturstückchen reinklebst, überleg´es Dir noch mal.

Viel Erfolg

Klaus
Patrick15er
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Patrick15er » Mo 30. Mär 2020, 11:02

Hi Klaus,

ne die Stelle ist im Prinzip dieselbe, mittlerweile wurde aber die unterste Planke getauscht durch die Werft. Das Schäften der Spanten macht übrigens auch die Werft, die wissen schon was sie tun, und die Größe passt auch, das sieht man vielleicht auf dem Bild schlecht aber das sind mind. 10-15 das hält dann schon.

ich werde mich am Wochenende erstmal wieder an das weitere Schleifen der Bilge und des Cockpits machen und mir eure Meinungen was ölen und lackieren angeht nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Viele Grüße
Patrick
Jonne
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Jonne » Mo 30. Mär 2020, 11:24

Hallo Patrik,
Bei der Beschichtung mit Lack ist den Ausführungen von Klaus nichts hinzuzufügen. Es gibt genügend Beispiele wo die Feuchtigkeit unterm Lack ihr Unheil angerichtet hat.
Nach dem auftragen von IMP ist D1 nicht notwendig. Als Dünnschichtlasur verwende ich xyladekor für aussen, allerdings nur auf lösemittelbasis, nicht auf wasserbasis.
Der Einschätzung von Klaus zu deinen Spanten kann ich nur zustimmen. Geht so nicht. Der Schaden wird größer.
Es ist schwierig eine Schäftung 1/8 zu realisieren, da muss man das machbare in Betracht ziehen. Eine Schäftung 1/5 ist machbar.
Vorgehensweise:
Brett aus Eiche auf 23mm zu sägen, am besten auf 23mm hobeln. Brett neben den Spant stellen und die Kontur anzeichnen, aussägen und dann die Dicke des Spant (15,3mm) anzeichnen und aussägen. Jetzt kannst du dieses Stück zur Ergänzung neben die Reparatustelle legen und die Schäftungen anzeichnen und ausarbeiten. Beim anfertigen so genau wie möglich arbeiten, dieses erspart anschließend Arbeit beim verputzen der Reparaturstelle.

In der Regel kann so eine Ergänzung aus dem vollen gesägt werden, erst bei längeren Ergänzungen muss solch ein Stück formverleimt werden. Bei dieser Vorgehensweise können Zwingen angesetzt werden und von außer wird die Planke verschraubt. Es ist nicht möglich die Reparatur eines Spant auszuführen ohne die Verschraubung in diesem Bereich zu erneuern.
Ich würde gerne Bilder anhängen. Wie geht das?
Viel Spaß bei der Arbeit.
Herzliche Grüße von Jonne
Tobias Bressler
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Tobias Bressler » Di 31. Mär 2020, 10:49

Hi Patrick, der Klaus hat schon Recht: ein Lacken des Bilgebereiches macht keinen Sinn und die Schäftungen sind für einen kraftschlüssigen Verbund definitiv zu kurz ;)
Gruss, Tobias Bressler
Detlef Lutz
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Detlef Lutz » Mi 1. Apr 2020, 16:47

Hallo
Zum Thema Kentern möchte ich gerne folgenden Film empfehlen.
https://www.youtube.com/watch?v=uodnHmBcFck
Zum Thema Innenbeschichtung hier noch zum nachlesen. Empfehle auch gerne zum Thema Ölen den Thomas Larsson, den es ja wieder geben soll. 1 Tag jede Stunde; 1 Woche jeden Tag; 1 Monat.......... ;) Dann hast lange Ruhe. Wenn es einmal richtig gemacht wird.
https://www.fky.org/pflege+erhalt/anstriche10.htm
Gruß aus Hamburg
Detlef
Patrick15er
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Patrick15er » Do 2. Apr 2020, 12:28

Danke euch allen für die vielen Kommentare, ich habe verstanden alle pro ölen, niemand würde die Bilge lackieren, daher vielleicht für mich noch zum Verständnis:
- Mir ist nicht ganz klar wo die Bilge aufhört und wo der Rumpf anfängt, oder würdet ihr den ganzen Rumpf innen entsprechend ölen bis das deck anfängt und innen nur Einbauschränke etc. lackieren ?

Was das ölen angeht gefühlt gibt es hierzu auch sehr unterschiedliche Tipps, ich fasse mal zusammen:
-verweis auf die entsprechende Literatur und den Bereich hier auf der Fky Seite - Ich habe übrigens die entsprechenden Bücher gelesen, allerdings wird von Teeröl etc ja aus gesundheitlichen Gründen mitlerweile abgeraten, und da ich länger drinnen schlafen möchte, möchte ich das gerne ausschließen, wenn es denn überhaupt noch wo zu bekommen ist (ggf. Wurzelteer bei Toplicht, weiss aber nicht ob das dasselbe ist)
- Zuerst IMP dann Dünnschichtlasur (welche?)
- D1 Deksolje sehr oft sehr satt streichen
- D1 Deksolje immer nur dünn streichen und gut trocknen lassen

Das das Boot gerade sehr ausgetrocknet ist, stellt sich für mich die Frage, ob ich es vorm ölen oder lackieren wässern sollte - Denn sonst läuft mir ggf. alles durch die Spanten durch oder es quillt nachher nicht mehr richtig, oder ist diese sorge vollkommen unberechtigt, und gerade das sehr trockene Holz nun optimal zum ölen ?

Was die Schäftungen angeht, ich gebe zu nicht optimal, aber es nun "richtig/perfekt" zu machen wäre vom Aufwand eben nicht drin, ich möchte dieses Boot sofern wir alle dürfen auch dieses Jahr noch segeln, der Rumpf außen ist schon fertig nun alles wieder aufbohren neue Spanten einpassen, diese verschrauben und dann wieder sauber verschließen und auch den Rumpf neu machen, ist zu teuer und zuviel Aufwand. Nicht auzuschließen dass ich das in ein paar Jahren trotzdem machen muss, dann ist das eben so, aber dann hatte ich hoffentlich schon viele schöne Stunden mit dem Boot. Es gibt glaube ich immer Leute die Jahrelang erst mal restaurieren, ich möchte gerne im Sommer fahren, im Winter mache ich dann gerne weiter mit den vielen anfallenden Arbeiten, jetzt geht es erst mal weiter mit Cockpit und Bilge schleifen, derzeit nehme ich vor allem den Multimaster mit Absaugung und davor diverse unterschiedliche Ziehklingen, wenn jemand nen Tipp für Schleifpapier für den Multimaster oder ne andere Idee hat gerne her damit.
Detlef Lutz
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Detlef Lutz » Sa 4. Apr 2020, 08:11

Moin Patrick
Jetzt ist ideal zum Ölen. Das quellen des Holzes dauert länger wenn richtig geölt wurde. Aber auch der andere Weg, was ja gut ist.
Bis wohin Du ölst ist etwas Geschmacksache. Unser Folke ist mal innen komplett weiß gemacht worden. Ich habe vom Kiel bis zum Wasserpass entlackt. Das ist beim Folkeboot dann auf Höhe der Polster. Owatrol D1 ist bei mir das Öl der Wahl. Da: gut ins Holz zieht, Pilz und Schimmel hemmend, easy zu verarbeiten, klebt nicht wenn mal was auf dem Holz bleibt.
Folgeanstriche bedürfen keiner Vorarbeiten außer einer Reinigung des Bootes von Innen.
Aussaugen und evtl. feucht auswischen, mehr nicht.
Gruß Detlef
P899
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von P899 » Sa 4. Apr 2020, 21:05

Sehe ich genau so wie Detlef.
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