Seite 1 von 3

K-Markierung

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 11:59
von ingopingo
In Schweden können Klassiker eine behördliche "K-Markierung" erhalten.
Trägt die K-Markierung dazu bei, dass das wertvolle Kulturerbe an Freizeitbooten geachtet und seine Benutzung und Instandhaltung erleichtert wird? Macht es Sinn, mittels eines behördlichen Stempels qualitative Abstufungen im Bestand der alten Yachten zu erfassen? Wenn ja: Welche Kriterien sind tauglich, um die Boote zu "punkten"? Bringt der Stempel eines Museums oder einer Denkmalschutzbehörde überhaupt nennenswerte Vorteile für Eigner und Szene? Soll also der Freundeskreis sich für solch eine "K-Markierung" in Deutschland einsetzen?
Weitere Infos: www.fky.org/news/forum_kulturmarkierung.htm

Re: K-Markierung

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 17:45
von André bauer
Moin,
ich sehe keine Vorteile, außer das es schwerer wird, nicht gut erhaltene bzw. restaurierte Boote als erhaltenswertes Kulturgut zu verkaufen.
Allerdings muss auch der Bekanntheitsgrad der K-Marke da sein, sonst nützt das alles nichts.
Genau da hapert es aber auch schon, es gibt so viele Leute, die, komplett ohne Vorwissen, ein Boot kaufen und weil es nun mal hübsch ist, soll es ein Holzboot sein.
Gut, auch wenn man diese Leute aussen vor lässt in der Betrachtung und nur die Leute nimmt,
die sich mit der Pflege alter Boote auskennen, gibt es immer noch viele, die nichts vom Freundeskreis wissen.
Ich möchte schon mal keine von außen sichtbare Plakette ans Boot schrauben oder schlimmer kleben.
Ein kleines Heft, ausgestellt für das Boot, bringt vielleicht bei den Liegegeldern Vorteile, aber ist das nennenswert?
Wie stellt man sich die Plakette sonst vor?
Schleusen, Kanäle sind in Deutschland immer noch frei, Diskussionen gab es auch hierüber schon,
vielleicht eine Chance für Klassikereigner sich dem für länger zu entziehen.
Bestimmt stiege der Wert eines Schiffes mit der Plakette, wie beim Oldtimer mit H-Kennzeichen.
Aber auch dazu muß der Bekanntheitsgrad da sein.
Anders als wahrscheinlich in Schweden, besteht hier großer Teil der Klasikerflotte aus Schiffen der 60er Jahre, wo sind die Grenzen zu setzen? Wird dann ein Teil der Klassikerflotte heruntergestuft auf "Klassiker zweiten Grades"?

To be continued...

Gruß,
André

Re: K-Markierung

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 19:12
von VC
Hallo,
eine solche Klassifizierung macht für mich dann Sinn, wenn wir dadurch einen Vorteil hätten. Im Hausbau haben wir bei antiken Gebäuden den Begriff "Kulturgut" und ich denke der eignet sich für viele - nicht alle- klassischen Yachten auch. Wenn ein solches Kulturgut beispielsweise wie im Hausbau mit einer Sonderabschreibung der Renovierung von 10 % p.a. gefördert würde, wäre das doch ganz toll. Und es würde möglicherweise auch mehr erhalten werden.
Liebe Grüße
Volker Christmann

Re: K-Markierung

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 19:26
von nvonholdt
Dzien dobry,

Vorteile, die eine Registrierung, bzw. eine Plakette mit sich bringt, vermag ich auch nicht zu erkennen.
Eine Verkaufs- oder Kaufsförderung wird wohl auch kaum stattfinden, da die meisten Eigner sich eine Yacht nach Geschmack kaufen. Der Kreis derjenigen, die sich eine Yacht mit dem Argument kaufen, daß es sich um ein Kulturgut handelt wird recht klein sein.
Wie weit die Intention zur Einführung einer Plakette in Schweden geht, wird möglicherweise nicht vollständig erläutert.
Man darf nicht vergessen, daß m.E. sämtliche Boote und Yachten über 7,5m registriert sind. Zur Zahlung der Luxussteuer. Eventuell besteht ja auch der Gedanke, daß die K-Plaketten Boote und Yachten bei der Luxussteuer eine Ermäßigung bekommen sollen.
Der Umkehrschluß läßt mich Grausen. Nämlich: Nun sind ja schon die Kulturgüter registriert, dann sollte mal der Rest auch registriert werden....... für 12% zusätzlich zur Umsatzsteuer?
Eine Ermäßigung in deutschen Yachthäfen halte ich für ausgeschlossen. Der Tenor wird sein: "Die Plakette macht dein Boot nicht kürzer, du zahlst trotzdem für 10m."
Natürlich ist der Gedanke reizvoll, dank einer Plakette, überall einen kostenfreien Liegeplatz in einem Museumshafen zu bekommen, aber auch dieses ist unwahrscheinlich.
Des weiteren halte ich den Aufwand für die Erteilung einer Plakette recht groß, der in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen wird. Unterlagen, Beurteilung durch Gutachter usw. usw., nichts wird kostenfrei sein.
Ich persönlich werde meine Yachten weiterhin nach der "Schönheit alter Schiffe" kaufen und dabei werde ich die Plakette sicherlich nicht sehen.

Viele Grüße

Niels


Re: K-Markierung

Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 22:58
von j.sch.
hallo, man müsste mal herausfinden warun das in schweden gemacht wird.
hier in deutschland ist es durch vorschriften, verordnungen, richtlinien, anweisungen und ähnliches eigentlich unmöglich eine regelung zu finden die einen bestimmten zweck verfolgt, irgendeiner wird schon klagen.
was soll es auch bringen, was soll bescheinigt werden? die restauration mit originalteilen? eine restauration, die so umfassnd ist um etwas neues altes oder etwas anderes hergestellt zu haben (siehe HGB )? oder eine plakette für ein unsaniertes boot mit nur originalholz. was dann aber wenn nach heutigem standard lack hergestellt wird und der wird für den klassiker verwendet, ist dann noch alles original? früher wurde holz mit öl getränkt, heute halt mit epoxyd (hatten wir schon mal: "wieviel refit")
also was soll eine plakette aussagen, was soll es bringen?
wenn so etwas angedacht sein soll, dann eventuell eine "Zustandsbewertung" mit Punktevergabe wie bei einer hundeausstellung, das geht aber schon fast in richtung gutachten.

viele grüße, jens.

Re: K-Markierung

Verfasst: Do 9. Sep 2010, 11:13
von karsten inderbiethen
würg, das kapitel bitte schnell schließen. ich erinnere mich noch an den grünen punkt, haben wir damals auf alles mögliche draufgeklebt. herrscharen von " sachverständigen" wurden befragt, zu rate gezogen, kosten verursacht, verordnungen verfasst, standards festgelegt...

den freigeist unserer leidenschaft sollten wir bloß nicht mit einer plakette belasten.

die plakette/markierung zur beachtung des erhalts eines kulturerbes ist überflüssig, es gibt schon seit langem eine unsichtbare : fky !

grüße, karsten






Re: K-Markierung

Verfasst: Do 9. Sep 2010, 11:55
von acksel
j.sch. schrieb:
-------------------------------------------------------
> hallo, man müsste mal herausfinden warun das in
> schweden gemacht wird.
> hier in deutschland ist es durch vorschriften,
> verordnungen, richtlinien, anweisungen und
> ähnliches eigentlich unmöglich eine regelung zu
> finden die einen bestimmten zweck verfolgt,
> irgendeiner wird schon klagen.
> was soll es auch bringen, was soll bescheinigt
> werden? die restauration mit originalteilen? eine
> restauration, die so umfassnd ist um etwas neues
> altes oder etwas anderes hergestellt zu haben
> (siehe HGB )? oder eine plakette für ein
> unsaniertes boot mit nur originalholz. was dann
> aber wenn nach heutigem standard lack hergestellt
> wird und der wird für den klassiker verwendet, ist
> dann noch alles original? früher wurde holz mit öl
> getränkt, heute halt mit epoxyd (hatten wir schon
> mal: "wieviel refit")
> also was soll eine plakette aussagen, was soll es
> bringen?
> wenn so etwas angedacht sein soll, dann eventuell
> eine "Zustandsbewertung" mit Punktevergabe wie bei
> einer hundeausstellung, das geht aber schon fast
> in richtung gutachten.
>
> viele grüße, jens.
>
>
>
> 2 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.09.10 23:00 von
> j.sch..


Was denn für Vorschriften, Richtlinien und Anweisungen???? Wo nimmst Du die denn her?
Die gibt es doch nichteinmal für für Oldtimer. Da wird nicht einmalgekuckt (noch nicht) ob der Wagen wirklich Kulturgut ist. es wird nicht unterschieden zwischen einem Milionenfach gebauten Käfer oder einem Flügeltürer SL.
Dafür wird ungeprüft die Steuer gesenkt.
Und da es hier keine Steuer auf Boote gibt, macht so eine Plakette auch keinen sinn.

Re: K-Markierung

Verfasst: Do 9. Sep 2010, 14:09
von oxyyd
Ich stimme zu: eine K-Markierung macht nur Sinn, wenn hieraus ein Vorteil für den Besitzer erwächst. Vorstellbar wären aus meiner Sicht:

1. Nachlass beim Versicherungsschutz. Begründung: Eigner historischer Schiffe werden höchstwahrscheinlich defensiver fahren/segeln als andere.

2. Abschreibungsmöglichkeit für Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Begründung: Der Erhalt des mit der K-Markierung versehenen Kulturguts wird gefördert, bei großen Maßnahmen auch Wirtschaftsförderung für kleine Handwerksbetriebe (Bootsbauer, Werften)

Mehr fällt mir nicht ein. Ich befürchte allerdings, dass unsere "Gemeinde" zu klein ist, um irgendetwas davon durchzusetzen. Also lieber weiterhin den Idealismus bewahren und den Quatsch vergessen.

Re: K-Markierung

Verfasst: Fr 10. Sep 2010, 21:18
von Tobias Bressler
Ich finde, Karsten hat das ganz schön ausgedrückt, da muss man gar nicht mehr viel hinzufügen:
Unsere Plakette sollte der FKY sein, das reicht vollkommen. Punkt. Lasst uns Standards setzen, und zwar jeder an seiner Baustelle: Wir lieben alte Boote und kümmern uns um deren Erhalt und Zukunft. Jeder auf seine Weise zwar, aber mit einem gemeinsamen Ziel. Steuervorteile, niedrigere Liegeplatz-/Hafengebühren etc., das finde ich doch etwas naiv.

Viele Grüße
Tobias Bressler

Re: K-Markierung

Verfasst: Do 21. Okt 2010, 21:03
von Christoph Geyer
Ahoi,
Warum macht man das in Schweden? Steht im Klassiker.
Mich ärgert die kleinliche Frage nach dem Vorteil einer solchen Markierung. Das maritime Kulturerbe spielt in Bundes-Deutschland so gut wie keine Rolle. Es gib immer noch kein staatliches Yachtsport-Museum und das einzigartige Stadtteil-Museum in Altona wird gerade eingespart.
Alles was hilft, diesen Mangel auszugleichen sollte willkommen sein. Es wäre doch schön, wenn dadurch erreicht werden könnte, dass sich mancher etwas mehr Gedanken macht, bevor er/sie ein "modernes" Rigg auf eine Sonderklasse stellt, oder mit Epoxi, Kevlar und Karbon aus einer historischen 5mR ein Irgendwas zaubert. Nun muss es nicht jeder bis zum "Libelle Juna"-Standard treiben. Etwas mehr Vorsicht bei der Nutzung der Substanz, Schwimmendes Kulturgut, wäre zu mindestens wertbildend. Und davon hätten wir etwas.

Viel Spaß beim Schleifen und Lackieren wünscht
Christoph Geyer