Das Virus , die Angst , das Boot und die Feigheit

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HermannLenz
Beiträge: 52
Registriert: Mi 22. Jan 2020, 14:45

Das Virus , die Angst , das Boot und die Feigheit

Beitrag von HermannLenz » Di 14. Jul 2020, 11:41

Einsames Plätzchen in der Ems
Einsames Plätzchen in der Ems
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Moin liebe Wassersportler !
Ist ruhig geworden hier im Forum .
Dann begehe ich mal Ruhestörung.
Ja , als Angehöriger einer Risikogruppe habe ich Angst vor einer Infektion und habe mich letztlich auch "eingegraben" . Ach keine Kontakte in meinem Bootshafen. Mit Hund , gelegentlich mit Tochter und Enkelin eine Kaffeefahrt in die Ems . Auch dort ohne Fremdkontakte .
Meine Tochter macht alle Einkäufe und Erledigungen für mich , kocht für mich und kümmert sich um alles . Ich werde rundum versorgt .
Ja , Boot ist seit Anfang Mai im Wasser, alle Planken sind dicht , Essen und Trinken genug an Bord , Trinkwasser - und Dieseltank voll , alles Urlaubsklar , .........
und dann : ich bin kein Held , im Gegenteil , ich bin feige !
Mir fehlt der Mut , der z.Zt. am Ballermann recht umfangreich vorhanden ist . Ich traue mich nicht auf Bootstour zu gehen . Die Angst treibt mich um :
Was passiert am Anleger , im Bootshafen , in den sanitären Einrichtungen ...... Selbst am Wartesteg vor einer Schleuse legen sich möglicherweise andere Wartende außen an mich ran. WAS erwartet mich da ? Eigentlich muss ich die wegjagen , dann gibt's Ärger , den will ich auch nicht .
Also hockt der Antiheld zu hause und wartet auf bessere Zeiten , wenn man kein Held mehr sein muss , um in einem Bootshafen in die Dusche zu gehen .
Da kommt mir in den Sinn , was ist ein Held ?
Ein Held ist jemand , der/die zur falschen Zeit am falschen Ort ist und es nicht gemerkt hat !
Der Ballermann ist dann voll von Helden , sie wissen es nur nicht .
Ich wünsche euch weiterhin , bleibt gesund und erhaltet euch eure Freude am Boot , die Zeiten werden bestimmt wieder besser .
Vielleicht klappt's ja doch noch in diesem Jahr auf Törn zu gehen .
Eine Fahrt habe ich garantiert , die in die 40 km entfernte Winterhalle in Haren mit 3 Schleusen im Okt/Nov .
Es grüßt Bootsmann Hermann mit dem 55 jährigen Oldy SILESIA
MatthiasSR165
Beiträge: 5
Registriert: Do 30. Apr 2020, 20:04

Re: Das Virus , die Angst , das Boot und die Feigheit

Beitrag von MatthiasSR165 » Mi 15. Jul 2020, 07:04

Hermann, in Häfen kann man Abstand halten. In den Klos stehen Spender mit Desinfektionsmittel. Mit hinreichend Abstand und an der frischen Luft ist das Infektionsrisiko kleiner als das allgemeine Lebensrisiko. Es ist sicher eine gute Idee, überfüllte Hafenkneipen zu meiden.
Zwischen Ballermann (würdest Dusowieso nicht hinwollen, und ich auch nicht), gibt's noch vieles.
Unsere Lebenszeit ist begrenzt, sie will mit Leben gefüllt werden. Bootstouren sind eine gute Möglichkeit der Covid-Risikominimierung bei gleichzeitiger freudvoller Nutzung unserer Zeit...
Also, Gib Dich dem Bootsvirus hin
meint Matthias (SR165), von Bord
HermannLenz
Beiträge: 52
Registriert: Mi 22. Jan 2020, 14:45

Re: Das Virus , die Angst , das Boot und die Feigheit

Beitrag von HermannLenz » So 19. Jul 2020, 15:00

Na , dann bin ich offenbar der einzige Angsthase .
Es ist bemerkenwert ruhig hier im Forum . Sind etwa alle unterwegs und haben dann natürlich was besseres zu tun, als hier im Forum zu schreiben .
Alle Boote , hoffe ich , sind OK . Alle Sorgen werden auf den Winter verschoben . Ist wohl auch besser so , denn meist kommen die vonselbst .
Und alle Skipper/innen sind hoffentlich wohlauf , denn die Gefahr lauert überall. Hier im Emsland 25 km entfernt auf Schlag 7 Neuinfektionen . Ballermann läßt grüßen .
Aber für die Abgeschiedenheit habe ich einen einsamen Anleger , wohin ich mich zurückziehe .
Hier in der Ems , quasi am Ende der Welt , mache ich all das , was z.T. schon seit 40 Jahren hätte gemacht werden können. U.a. eine vernünftige Decksbeleuchtung zu installieren . Und noch ein paar Handläufe .
Und um meine über 30 Jahre alten Akkus kann ich mich auch mal wieder kümmern , Aquadest nachfüllen , Reformierung durchführen (bei NiCd gelegentlich notwendig) und mal wieder Kapazitätsmessungen an allen 11 Zellen durchführen. Nach der Reformierung ist die Kapazität wieder erkennbar höher , wirkt damit dem "Memoryeffekt" entgegen .
Am Emsanleger (siehe Eingangsfoto) ist's ruhig und menschenleer , und der Bordhund hat ganztägig freien Auslauf .
Was will man mehr , ist möglicherweise in einem (vollen) Bootshafen nicht möglich .
So , bleibt alle bitte gesund, ich möchte doch noch einiges über eure Boote und über euch hier gerne von Zeit zu Zeit lesen .
Meine Winterliste füllt sich auch schon. Es stehen 10 Fugen beidseitig im Kimmbereich an: komplett auskratzen , ausschleifen und kalfatern. Dort waren auch die vielen "Löcher" , die nach dem Zuwasserlassen für die Innenwäsche des Rumpfes gesorgt haben .
Schönen Sommer euch allen .
Sommerfrische in der Ems
Sommerfrische in der Ems
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Es grüßt Bootsmann Hermann mit dem 55 jährigen Oldy SILESIA
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