Elektro-Außenborder

André bauer
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von André bauer » Mo 12. Mai 2014, 09:27

Moin,

ein Freund fährt auch einen normalen Außenborder an seiner 5mR mit einem Beschlag auf der Schotschiene, der sich dann auch noch an der Bordwand/Fußsüll stützt.
Vorteil ist, das keine festen zusätzlichen Beschläge an Deck notwendig sind.

Grüße,
André
Gruß,
André

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mmmdr
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von mmmdr » Mo 28. Jul 2014, 14:29

Aus eigener Erfahrung kann ich beitragen, dass die kleinen 12V AB'S ein Folke bei nahezu Windstille und ohne Welle zu dem reichen, was Arndt da vor hat, also z.B. raus aus der Box und Segel setzen. Nur bei Windstille wird es auch mit dem Segeln nix. Ab 2-3 Bft. wird es der Minnkota sehr schwer haben, der Rhino wird es definitiv nicht schaffen. Meine Erfahrungen und die von diversen Stegnachbarn in Binnenrevieren, in denen Verbrenner verboten sind, sind da sehr eindeutig.
Ich finde die Preise z.B. von Torqueedo auch ziemlich happig. Rechnet man die Anschaffung eines entsprechenden Akkus mit Ladevorrichtung aber zum Minnkota bzw. Rhino dazu, sieht es schon anders aus. Bedenken sollte man auch, dass man einen handelsüblichen Blei/Säure-Akku nur zu 20% entladen kann, bevor die schädliche Sulfatierung einsetzt.
Mit dem Torqueedo kannst du zumindest das schaffen, was du vorhast und das mit relativ wenig Stress und wenig bis keinem Einbauaufwand. Beste Grüße, Michael
danebrog

Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von danebrog » Do 31. Jul 2014, 23:33

Gentlemen!

Da ich mit meinem Torqeedo Travel 1003 vermutlich Grundberührung hatte und ihn zur Reparatur einschicken mußte, habe ich mir angesichts der fortgeschrittenen Saison aus purer Verzweiflung einen Minn Kota als Zweitmotor geleistet. Ich werde über den direkten Vergleich berichten!

Grüße
Dagmar
boyus
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von boyus » Do 14. Aug 2014, 09:33

Ahoi!
Nach 3 Monaten praktischem Gebrauch kann ich schon einmal ein vorläufiges Fazit ziehen:

Michaels Einschätzung, daß der MinnKota bis 2-3 Bft mit dem Folke gut zurechtkommt kann ich bestätigen, bei stärkerem Wind geht das verholen mittels Bootshaken durch die Motorunterstützung aber eindeutig besser als ganz ohne Antrieb.

Beim Segelsetzen bzw. -bergen und Hafenmanövern bei ungünstigem Wind bedeutet der Motor auch einen deutlichen Sicherheitsgewinn.

Das lautlose dahingleiten (5 Kn) bei Flaute hat auch seinen Reiz.

Schwierig war es ein passendes Stecksystem für das Stromkabel aufzutreiben, da Stöme bis 40A fließen. Bei Phönix Contakt wurde mir aber durch freundliche Unterstützung meines Stegnachbarn geholfen.

Ich werde weiter berichten!

Grüße
Arndt
http://up.picr.de/32380446nz.jpg
danebrog

Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von danebrog » Do 14. Aug 2014, 15:36

Hallo!

Ich hatte vor 14 Tagen einen Vergleich zwischen meinem Torqeedo 1003, der noch zur Reparatur ist, und dem Ersatz-Motor, einem Minn Kota Endura 40, versprochen.
Nun, gescheitert ist das Ganze bereits an den räumlichen Gegebenheiten, da der Minn Kota per Katalog bestellt wurde und dann nicht in den für den Torqeedo angepassten Motorschacht passte, weil die Bombe rund 10 cm länger ist. Tut mir leid, denn ein Vergleich wäre sicherlich interessant gewesen.

Als bessere Verbindung zwischen den Kabeln des Motors und der Batterie wurden mir vom Händler/Ausrüster Batterie-Polklemmen, hier von allpa, empfohlen.

Grüße
Dagmar
mmmdr
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von mmmdr » Di 9. Sep 2014, 14:52

Zur Verlängerung der Kabel möchte ich noch eben meine Lösung beitragen. Auch wir brauchten ca. 1,5m Verlängerung, da ich die beiden AGM Batterien schwerpunktoptimiert, also möglichst mittig und möglichst tief verbaut habe. Die angebotenen Kabelsätze von Torqueedo sind mistteuer und klobig. Vor allem der zigarettenschachtelgroße Verbindungsstecker hat mich genervt und scheint mir aud Dauer auch nicht wirklich kontaktsicher. Ich habe mir im KFZ-Bedarf in entsprechener Länge Kabel mit dem selben Durchmesser wie die Torqueedo-Kabel gekauft. Verbunden habe wir das ganze mit Lötmuffen, die wir dann mit einem Rohrlötgerät verlötet und mit Schrumpfschlauch abgedichtet haben. Wichtig: Die Verbindung muss absolut einwandfrei sein und darf nur minimalste bis keine Übergangswiderstände aufweisen. Bei dem Strom, die die Motoren unter Volllast ziehen, riecht es sonst schnell nach "Ampere" mit den entsprechenden Brandgefahren. Ausserdem sinkt die Motorleistung durch den Kabelverlust geringfügig, was aber eher akademisch ist. Also wenn verlängern, dann absolut sauber arbeiten!
Bootsmann Peter
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von Bootsmann Peter » Di 17. Feb 2015, 09:47

Guten Tag liebe Klassikergemeinde!

Ich bin hier neu und auf das Forum gestoßen, weil ich eine Adler 31 mit Doppelmotorisierung für einen Kunden auf E-Einbauamschinen umrüsten soll.
Leider fehelen mir dazu einige Werte und Erfahrungen zur "Schwimmfähigkeit" der Adler.
Diese hoffe ich hier zu erhalten, ist ja aber nicht Thema dieses Bereiches.

Ich habe einen kleinen Bootsverleih auch mit Elektrobooten in Sachsen bei Mittweida, handele und repariere aber seit 15 Jahren Elektrobootsantriebe (war mal Autoelektriker und habs dann studiert).
In dieser Zeit sind MinnKota, Rhino, Motorguide, Intermotor und natürlich auch Torqeedos durch meine Finger geglitten, da in Sachsen nur elektrisch gefahren werden darf.
Für Motorguide (Brunswick) und vorallem Torqeedo bin ich Servicepartner.
Ich kenne Torqeedo seit 9 Jahren (da hatten die noch gar keinen Motor fertig) und habe alle Tiefen und, Gott sei Dank, seit einigen Jahren auch die Höhen miterlebt und miterlitten.
Neben den Elektrobooten (mit MinnKota Endura 30), dem Rollstuhlboot mit Intermotor Willi I 1,6 KW und meinem RennKat Marlin mit Torq Cruise 2.0 (etwas getunt), einem Marinekart mit Torq 4.0 (etwas mehr getunt - 30km/h) fahre ich privat ein 6m Holzteil mit Sgel und Kimmkiel, welches nur mit Überzeugungsarbeit ins Rennen kommt.
An dieser alten Tante habe ich alle Motoren getestet und kann mir ein Urteil erlauben.
Falls es Euch interessiert, gebe ich gern meinen Senf dazu (ich will Euch nichts verkaufen!!!).

@ Dagmar: Die Jungs in Gilching haben im Sommer manchmal viel zu tun, nimm ihnen die 14 Tage nicht krumm. Ein Getriebewechsel dauert normal zwischen 1 und 1,5 Stunden, aber die Schlange davor.....
Du hast aber auf alle Fälle den richtigen Motor.
Der Endura 40 ist dagegen gar kein Vergleich! Er bringt bei einem Wirkungsgrad von gerade 23 % und einer Schub (besser Zug-)kraft von 40 Pfund (desshalb Endura 40), also 18,2 kp bei 40 Ampére in Stufe 5 ungefähr ein Viertel der Leistung des 1003 in Wasser.
Er geht gut für Ruderboote, Jollen und für Angler. Am Kajütboot über 5m ist er zu bemüht.
Dies gilt für alle 12 Volt-Motore (die maximal 55 Pfund Schub haben).
Man sollte dann auf die 24 Volt-Spannungsebene ausweichen.
Die 70-85 Pfund-Motore sind da schon besser, benötigen aber dann bei Strömen um die 50 A bei 24 Volt auch extrem schwere Batteriebänke.
Der 1003 hat einen Wirkungsgrad von mindestens 56 %.
Selbst wenn das Boot mit dem Endura 40 in Fahrt kommt, es hält vor dem Steg nicht an!
(bei voll rückwärts passiert nicht viel).
Da ist der 1003 eine ganz andere Nummer.
Den Akku kann man mit Kabel ins Boot holen und Gewicht hat er nicht (das weisst Du ja).
Einen Ersatzakku kann man vorhalten und dann gibt es da noch einen Trick mit dem Laden aus dem 12 Volt-Bordnetz....
Die Geschwindigkeit und die Restreichweite bekomme ich angezeigt und neu gibt es eine App, die mir dann die Position auf eine Smartphonekarte (von Google) malt oder im Zahlenwert anzeigt.
Für alle Boote ab 7m sollte man dann auf den Cruise 2.0 ausweichen, der problemlos einen 5-6 PS-Benziner ersetzt.
Ist aber ein anderes Thema.

So, das wars auf die schnelle. Muss nun zu einer Probefahrt und werde mir den Hintern abfrieren...
Euch eine gute Restruhesaison, streicht schön und träumt vom Wasser und den einsamen Buchten!

Euer Bootsmann Peter







danebrog

Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von danebrog » Di 17. Feb 2015, 20:40

Hallo, Peter!

Das ist alles sehr spannend, was Du da schreibst!!

Die Ungeduld sieh' mir bitte nach, denn ohne Motor bin ich im Hafen mehr als festgelegt. Und man kommt ja notorisch eh' viel zu selten zum Segeln! Da kann frau auch schon mal zappelig werden!!!

Bislang war der Motor für meine Zwecke auch wirklich optimal. Der Schaden ist bei der Classic Week wohl in Kappeln entstanden und hatte zur Folge, dass wir in Eckernförde Hafenkino geboten haben, weil wir nicht genug Schub zum Anlegen hatten. Das möchte ich so nicht nochmal erleben ...

Er wäre aber in jedem Fall super, wenn Du uns weiterhin als Fachmann für E-Motoren erhalten bleibst!!!

Viele Grüße
Dagmar
Balkweger
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von Balkweger » Mi 18. Feb 2015, 18:15



Hallo,


wenn man etwas robusteres und sogar oldtimergerechtes haben möchte, kann man sich auch nach nem Delphin Elektroaußenborder bei Ebay umschauen, haben den Vorteil, daß sie aus Aluminium sind und keine Elektronik haben.

Oder man macht es gleich richtig, und rüstet einen Innenborder auf E-Antrieb um, zB mit einem Perm Elektromotor und einer Industriesteuerung oder ganz einfach mit ner umschaltbaren Serien/Parallelschaltung der Batterien. Geht sogar parallel zum Diesel mit einer elektrisch gesteuerten Kupplung.

Siehe auch hier: http://www.krahwinkel-kpm.de/

Grüße

Jens
Bootsmann Peter
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Re: Elektro-Außenborder

Beitrag von Bootsmann Peter » Do 19. Feb 2015, 10:18

In der Deutschen Demokratischen Republik hießen diese Motor LIBELLE.

Es gab davon 3 Typen

Einen Kleinen mit angebauten Ruderblatt, der gut in die AUfnahme des Ruderblattes am Faltboot eingehängt werden konnte, leistungsmäßig aber auch nur für das Faltboot oder andere Kajaks passte.

Einen etwas Größeren, dafür so um die 12 Kg schweren mit zwei Fahrstufen (intelligent per Feldschwächung geschalten, da per Feldwicklung erregt) aber ohne Rückwärtsgang.
Er lag aber leistungsmäßg noch weit unter dem Endura 30 mit schätzungsweise so um die 240 Watt (aufgenommen) bei 12 Volt, reichte damit eben mal für Ruderboote.

Und dann gab es für gesellschaftliche Bedarfsträger (tolle Bezeichnung, das waren Fischer oder Handwerker, der Motor war NICHT im öffentlichen Verkauf) eine Zauberwaffe, den Libelle 3, eine 24 Volt-Maschine mit ca 50 Ampére, also aufgenommenen 1200 Watt, zwuie Fahrstufen ohen Rückwärtsgang, Felderregt mit Feldschwächung in Stufe 2.

Die Feldschwächungsgeschichte hatte zwei Ursachen: es gab keine Permanentmagneten und die Schalter hielten ewig.

Bedenkt aber bitte den Wirkungsgrad von ca 20-25 %, der Propeller war auch nur "geschossen" und nicht unbedingt genau abgestimmt.

Von diesen Drei eignet sich für die Folkeschüssel maximal die Libelle 3, die man trickreich über eine Feldgleichrichtung mit dem Verlust von 1,4 Volt (zwei pn-Übergänge, fällt aber nicht weiter auf) im Feld auch auf Rückwärtsgang trimmen kann. Der Kumpel läuft ewig, ist aber mit fast 25 Kg auch sauschwer und hat weder Flachwasserstellung, noch lässt er sich aus dem Wasser schwenken.
Das sollte also die Bootshalterung gewährleisten.
Designtechnisch passt er aber ideal zur Folke und läuft absolut lautlos.

Bootsmann Peter
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