Pinnensteuerung

P899

Pinnensteuerung

Beitrag von P899 » Di 9. Jan 2018, 17:38

Hallo liebes Forum,

ich hoffe, dass ich ob meiner Frage hier nicht ausgeschimpft werde.

Beim Einhandsegeln ist insbesondere das Setzen des Großsegels bei meinen 15er Jollenkreuzer immer etwas blöd.

Von daher überlege ich eine Pinnensteuerung anzuschaffen.
Die kann man ja leicht entfernen.

Optimal wäre die Möglichkeit, dass die das Boot automatisch im Wind hält.

Hat diesbezüglich schon jemand Erfahrungen gesammelt, an denen ich teilhaben kann?

Viele Grüße


Michael
Dedel
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Re: Pinnensteuerung

Beitrag von Dedel » Di 9. Jan 2018, 23:18

Moin Michael,
Wenn ich dich richtig verstanden habe geht es dir darum das Boot eine gewisse Zei gegen den Wind zu fahren , während am Mast das Groß gesetzt wird. Dazu muss mit Motorantrieb und einem Pinnenpilot eine gewisse Fahrt im Boot gehalten werden. Aber warum reicht bei deinem 15er nicht die Zeit mal kurz die Pinne fest zu setzen. Wenn ein Groß anständig in Nut oder mit Rutschern läuft sollte es auch möglich sein mit dichtgeholter Fock das Groß zu Reffen, weg oder zu setzen. Eine 2. Option unter Segel ist es auf Back ( Beidrehen https://de.m.wikibooks.org/wiki/Segeln/_Manöver ) zu gehen. Fock in Luv dichtsetzen und Pinne in Lee. Gerade beim Jolli eine Option die ja nicht unwichtig ist. Wir sind vor unserem Folkeboot, 12 Jahre mit einem 25 Blitz Jollenkreuzer auf Ostsee und Elbe unterwegs gewesen.
Gruß
Detlef
P899

Re: Pinnensteuerung

Beitrag von P899 » Mi 10. Jan 2018, 00:03

Hallo Detlef,

das geht natürlich auch wie von dir beschrieben. Auf einem engen Binnenrevier mit stark drehenden Winden ist das allerdings nicht so einfach. Perfekt läuft das Groß in einer Nut nie und Rutscher möchte ich nicht (gefällt mir grundsätzlich nicht und bedeutet Änderung am Mast und an meinen beiden Großsegeln).

Mein 15er hat auch ein recht großes Großsegel und nur eine kleine Fock. Bei entsprechendem Wind ist Groß und Fock für Einhandsegeln auch schon zu viel Fläche am Wind.

Viele Grüße

Michael
Lothar

Re: Pinnensteuerung

Beitrag von Lothar » Mi 10. Jan 2018, 07:58

Hallo Michael,

vor dem gleichen Problem stand ich bei meiner kleinen Schäre auch regelmäßig. Die Weser in dem Bereich, wo ich sie besegele ist arg schmal und hat oft auch noch viel Verkehr. Der Wind kommt auch gerne böig aus allen Richtungen.... Es muß also alles sehr flott gehen und Fehler sollten auch nicht passieren. Mein Boot muß wegen der Backstagen sehr genau gegen den Wind gefahren werden. Sonst hakt das Segel sich beim setzen ein.

Mein Groß läuft allerdings perfekt in der Nut.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, das Segel entweder ordentlich aufzutuchen oder zumindest schon im Hafen soweit loszumachen, dass es nur noch durch 2 Zeisinge festgehalten wird.

Das Großfall habe ich mir ins Cockpit gelegt.

Also raus aus dem Hafen mit Motorkraft, gaaaanz langsame Fahrt gegen den Wind. Die Pinne ist dabei mit einem Gummistrop so festgelegt, dass ich zur Not gegen das Gummi etwas nachsteuern kann.

Dann schnell den ersten Zeiser los und rauf mit dem Groß. Dabei den zweiten Zeiser lösen;-)

Großfall belegen, Pinne losnehmen, Motor aus und fertig.

Gesamtdauer des Manövers max. 1,5 Minuten.

Viel Erfolg in der nächsten Saison.

Lothar

PS: und üben, üben, üben.....
Matthias SR165
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Re: Pinnensteuerung

Beitrag von Matthias SR165 » Mi 10. Jan 2018, 08:28

Ich fahre meinen Jolli auch binnen, und zuweilen solo. Grossfall ist nach achtern umgelenkt, und die Mastnut hat unten einen Einfädler ("Bulleneier"). Pinne mit Kamm festgestellt. das
Bei meinem alten Knickspantjolli hatte ich nen Gummistropp zum Festlegen der Pinne und das Fall am Mast. Ging auch. Das Segel sollte sauber und leicht in der Keep laufen...
Gruß, Matthias (SR 165)
P899

Re: Pinnensteuerung

Beitrag von P899 » Mi 10. Jan 2018, 20:34

Danke für Eure Tipps, diese Art Segelsetzen kenne ich auch, allerdings ist das aus meiner Sicht wesentlich riskanter als eine Automatik, die das Boot im Wind hält.

Bei meinem Boot ist das auch relativ umständlich, das Großfall bis zur Pinne zu legen und vor allem die Toplatte hakt auch gerne mal. Dann muss man ganz vorne an den Mast und von da ist die Pinne absolut unerreichbar.

Einen Einfädler habe ich auch, aber der hat auch nicht viel Verbesserung gebracht.

Von daher wäre ich nach wie vor an Erfahrungen bezüglich einer Pinnensteuerung interessiert.

Viele Grüße

Michael
André bauer
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Re: Pinnensteuerung

Beitrag von André bauer » Mi 10. Jan 2018, 23:42

Hallo,

bei schnell drehenden Winden wird ein Autopilot zu langsam sein.
Im Sommer war ich mit einem Schiff mit neuem Autopilot in der Bretagne/Kanalinseln unterwegs, bei der typisch schnellen und drehenden Strömung war das Gerät nicht in der Lage genau Kurs zu halten.
Eine Kursänderung bzw. -korrektur um 30 Grad braucht ca. 1 Minute.
Während dessen ist das Boot schon aufgelaufen...

Zu teuer für sehr wenig Performance und noch dazu eine größere Batterie an Bord.
Für mich ein klares Nein.

Gruß,
André
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André

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Matthias SR165
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Re: Pinnensteuerung

Beitrag von Matthias SR165 » Do 11. Jan 2018, 07:04

Mir ist der Sinn des PiPi an der Stelle nicht ganz klar. Der PiPi steuert geradeaus, der Kamm tut das auch.
Ich hab mein Fall auch nicht bis zur Pinne umgelenkt, sondern auf das Kajütdach. Die Pinne ist im Kamm fest. Die Toplatte oben stört bei mir beim Setzen nicht. Wo soll sie denn hakeln? Höchstens im Achterstag, aber da geht sie bei Wind gut durch...
Gruß, Matthias SR165
André bauer
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Re: Pinnensteuerung

Beitrag von André bauer » Do 11. Jan 2018, 20:01

Ganz meine Meinung, der Pinnenkamm ist für den Fall genauso geeignet.
Bei der Umlenkung auf das Kajütdach sollte man auch den Artikel von Uwe Baykowski auf der FKY-Homepage beachten.
Die Umlenkung bringt Kräfte in das Dach für die es nicht konstruiert wurde.
Auch vorn sollte der Umlenkpunkt am Mast liegen und nicht an Deck oder auf dem Kajütdach.
Der Zug des Falls zieht die Beschläge aus dem Deck bzw. Dach.

Gruß,
André
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André

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P899

Re: Pinnensteuerung

Beitrag von P899 » Fr 12. Jan 2018, 14:40

Also spätestens beim Bergen muss ich nach vorne, da mein Segel nicht von alleine runterfällt.

Mit einem Pinnenkamm oder einer ähnlichen Fixierung könnte ich mal testen, das wäre natürlich einfacher / preiswerter und daher zu bevorzugen.

Bislang hatte ich ja noch nicht mal einen Motor und wenn ich mit der Fock segle und dann das Groß hochziehe, muss man Gegensteuern, damit das Boot im Wind bleibt.

Mit dem neuen E-Motor könnte das tatsächlich auch mit einer einfachen Pinnenfeststellung klappen, das werde ich dann mal ausprobieren.
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