Neues 12V Bordnetz aufbauen

Andre R363
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Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von Andre R363 » Do 21. Jan 2021, 10:52

Hallo,

ich möchte dieses Jahr meinen 20er Vollholz Jollenkreuzer elektrifizieren.
Es soll eine 100Ah AMG oder 55Ah Lithium Batterie an Bord.
Dazu ein mobiles Solarpanel und ein Landstromladegerät
Verbraucher sind ein paar Lampen, Bluetoothbox, Kühlbox und ein kleiner E-Aussenborder.

Dank ein paar tollen Internetseiten habe ich schon den gewissen Durchblick:
https://www.folkeboot-lotte.de/energie- ... erteilung/
https://klabauterkiste.de/bordelektrik/

Was mir aber noch nicht ganz klar ist, ist die Sache mit der Masse.
Eine zweipolige Anlage wäre das Sicherste. Aber auch umständlicher zu verkabeln.
Ich würde schon gerne alles einpolig machen und den Minus auf eine Sammelschiene legen.
Jetzt heisst es, dass diese Sammelschiene (Masse) geerdet werden soll.
Auf einem Vollholzjolli ein Ding der Unmöglichkeit.
Ich denke, daß es wohl auch so geht als einfacher Stromkreis.
Gibts Erfahrungen?

Gruß
Andre R363
20er Jollenkreuzer R363 "Lenya"
HermannLenz
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von HermannLenz » Do 28. Jan 2021, 17:08

Moin Andre,
Bei allen E - Diskussionen bzgl. des Bordnetzes , wird (fast) immer die 230V AC in Verbindung mit 12/24 V DC Anlage in den Mittelpunkt gestellt. Da gibt es Vorschriften nach ISO EN ***** . Da steht was von Batt Minus muss mit MP 230 V Landnetz verbunden werden und beide gemeinsam mit der Schiffsmasse /Erde (😀)
Da hast du nix mit zu tun .
Ein anderer Schnack ist das galvanische Korrosionsproblem , welches (angeblich) schon so etliche Antriebe ab- und viele Schiffsböden durchgefressen haben soll. Vorrangig klappt dieses bei Dauer Landstromanschluss bei den Stegseglern/ Motorbooten mit Blechrumpf.
Da dieses Thema 1. abendfüllend ist und 2. meist in einer ideogischen Schlammschlacht endet , wird es von mir Sinvollerweise ausgeblendet . Ich habe , trotz elektrotechnisch hochgerüsteten Boot , kein 230 VAC Netz an Bord , zumal es mir schon immer zuwider war , mit dem 5. Festmachen herumzulaufen , um irgendeine Anschlussmöglichkeit zu finden .
Mach dein 12 V Netz mit ausreichend dicken Kabeln und passenden Sicherungen und fertig .
Viel Erfolg

Ach ja , bist du schon mal gekentert ?
Wenn ja, könnte Gel sinnvoller sein als AGM.
Es grüßt Bootsmann Hermann vom MB SILESIA
KR-S201
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von KR-S201 » So 31. Jan 2021, 11:10

Moin Andre,

momentan treibt mich ein ähnliches Projekt um. Hinsichtlich der Verkabelung würde ich zu einer zweipoligen Ausführung raten, d.h. beide Pole vom Verbraucher bis zur Schalttafel führen. Die Minus-Sammelschiene befindet sich direkt an der Schalttafel, so daß eine sternförmige Verdrahtung entsteht. Das verhindert irgendwelche komischen Effekte, wenn ein größerer Verbraucher (z.B. Kühlbox) dazugeschaltet wird. Die Schiene wurde nicht geerdet. Für die 2-poligen Kabel habe ich eine robuste Ausführung in dem erforderlichen Querschnitt gewählt. Da wir einen ähnlich minimalistischen Ansatz an Bord fahren, kommen da nicht so viele Strippen zusammen. Die Schalttafel ist ein Eigenentwurf mit Sicherungsautomaten, Pumpensignalisierung etc. Zur Versorgung dient uns eine 40Ah-Lithiumbatterie, die nur ca. 6kg auf die Waage bringt. Vor Anker wird das Teil per irgendwo festgebundenem Solarpanel geladen.
Bezugsquellen, Hersteller etc. teile ich bei Bedarf gern per PN mit.

Grüße aus Kiel

Henrik
Andre R363
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von Andre R363 » Mo 1. Feb 2021, 13:13

Hallo,

vielen Dank für die Antworten.
Ich denke auch, dass auf einem Holzjolli die 12V Anlage kein Physikstudium voraussetzen muss.

Die AGM Batterien sind trocken und können nicht auslaufen.
Ich tendiere aber weiterhin zur 55Ah Lithium

Gerne kannst du mir, Henrik, deine Bezugsquellen mal schicken.
Ich habe natürlich auch schon im Netz was gefunden aber evtl kannst du was neues beisteuern.

Danke


Gruß
Andre R363
20er Jollenkreuzer R363 "Lenya"
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von KR-S201 » Mo 1. Feb 2021, 14:08

Moin Andre,

auf dem Jolli werdet ihr sicherlich genau auf den Gewichtstrimm schauen, so daß sich eine Lithium-Batterie schon allein deswegen empfiehlt. Einige Hersteller bieten vollständig dichte Batterien an. Als kleines Gimmick spricht das BMS in unserer Batterie über Bluetooth mit dem Smartphone, so daß wir über Ladezustand, Spannung, Strom etc. informiert sind. Heute Abend werde ich Dir einmal eine kurze Zusammenstellung über das bei uns verbaute Material senden.

Viele Grüße

Henrik
P899
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von P899 » Mo 1. Feb 2021, 19:20

Wenn auch ein Elektromotor betrieben werden soll, würde ich nicht 12 V sondern 24 V nehmen.
Andre R363
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von Andre R363 » Di 2. Feb 2021, 15:24

Hallo,

ich habe bisher keine Probleme mit E-Motor und 12V gehabt.
Der E Motor wird nur auf dem See zum An und Ablegen verwendet.
In anderen Revieren bin ich mit 2 Takt-Stinker unterwegs.
Gruß
20er Jollenkreuzer R363 "Lenya"
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von P899 » Di 2. Feb 2021, 20:22

Wenn man etwas mehr Schub braucht und auch mal bei etwas Wind gegenan in den Hafen kommen will, sind die 12 V Dinger zu schwach.
SY Rafale
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von SY Rafale » Di 9. Feb 2021, 09:09

Moin André,
Du schriebst von Lithium, das könnte sein Li-Ion, oder LiFePo4 zellen. Beide benötigen ein Batteriemanagement System BMS. Wenn Li-Ion Zellen überladen werden (4,3V und mehr) können sie brennen. Um das zu verhindern dreht das BMS ab 4,1V runter und sollte ab 4,2V per Relais die Batterie trennen. Das muss immer funktionieren! In guten Automobilsystemen ist von daher Batterie und BMS in einer hermetisch abgesicherten Kiste um jede Art von Korrosion, Feuchtigkeit etc zu verhindern, alles doppelt abgesichert.
Auf meinen Booten haben aber auch schon mal hermetisch dichte Instrumente, GPS etc. aufgegeben. Bei einem Instrument -so what, wird es ersetzt. Wenn das BMS versagt, und z.B. ein Solarpaneel fröhlich weiter feuert, wirds gefährlich.
Nicht falsch verstehen, gut designt funktioniert das. Ansatz: nimm unkritischere LiFePo4 Zellen (aus verlässlichen Quellen) ein gutes BMS mit Relais, Sicherung, Thermischer Absicherung und Notabschaltung und bau es in eine wirklich dichte Kiste.
Wenn Du nur die 12V willst würde ich AGM ohne BMS nehmen und gut, der Aufwand auch in den Kosten steht sonst in keinem Verhältnis...
Solltest Du Hilfe benötigen meld Dich gerne, ich mach sowas schon länger.

Cheers Christian
Andre R363
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Re: Neues 12V Bordnetz aufbauen

Beitrag von Andre R363 » Do 11. Feb 2021, 11:01

Hallo Christian,

bisher hatte ich das hier im Auge:
https://greenakku.de/Batterien/Lithium- ... :1963.html
Ich bin immer noch am hadern. Eine AMG mit 100Ah kostet ein Drittel. Die Speichergröße mit 100Ah ist in etwa gleich wie die 55Ah der Lithium Batt.
Was machen? Preis, Gewicht, Zyklen, Haltbarkeit???? Mir fehlt die Langzeiterfahrung.

Gruß
Andre
20er Jollenkreuzer R363 "Lenya"
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