Feltz Stahlyacht

Weltenbummlerin
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von Weltenbummlerin » Mi 25. Feb 2009, 15:10

Hallo Wolfgang,

dann will ich mal versuchen, auf Deine Fragen einzugehen.

Also, Deine Einschätzung, dass nur wenige Feltz-Yachten angeboten werden, kann ich nicht teilen. Im Internet und in diversen Segelzeitschriften werden immer wieder mal Feltz-Yachten angeboten. Natürlich nicht so oft wie z.B. Bavarias, aber das ist ja auch kein Wunder, da Feltz-Yachten nicht in gleicher Stückzahl wie z.B. Bavarias gebaut wurden und werden.

Achten sollte man insbesondere darauf, ob der Rumpf vernünftig konserviert und isoliert worden ist. Hier gibt es erhebliche Unterschiede, da die Feltz-Werft in der Regel nur die Stahlarbeiten erledigt und alle weiteren Arbeiten dem Eigner obliegen. Je nachdem wie fachtgerecht diese Arbeiten entweder vom Eigner selbst oder durch von ihm beauftragte Fachleute erledigt worden sind, ergeben sich erhebliche Qualitätsunterschiede bei den Schiffen.

Ebenso gibt es sehr unterschiedliche Innenausbauten, schon hinsichtlich der Konzeption wie auch hinsichtlich der Qualität. Feltz-Yachten sind halt Unikate und keine Serienbauten, was auch die starken Preisunterschiede bei den Angeboten erklären mag.

Ein solches Schiff gebraucht zu kaufen, macht nur Sinn, wenn einem auch das konkret realisierte Ausbaukonzept zusagt. Denn den ganzen Innenausbau zu erneuern, wäre zu aufwändig.
Da wäre man dann besser beraten, sich einen neuen Rumpf zuzulegen und dann nach eigenen Vorstellungen auszubauen oder ausbauen zu lassen.

Skorpions sind keine "Rennziegen", sondern eher stäbige Schiffe mit gutem Seegangsverhalten, die auch eine ordentliche Mütze Wind vertragen können, und entsprechend unter Langfahrtsegelern, die mit einem Stahlschiff auf Große Fahrt gehen wollen, recht beliebt.

Du kannst Dir gerne mal auf unserer Homepage www.sy-vigo.de unser Schiff anschauen. Nur viel nützen wird es Dir bei der Suche nach der richtigen, gebrauchten Skorpion eher nicht, da es sich bei diesen Schiffen - wie schon gesagt - um Unikate handelt. Eine ähnlich ausgebaute Skorpion wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal finden.

Viel Glück bei der Suche nach Deinem Schiff und fair winds

Bettina
Gast

Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von Gast » Fr 18. Dez 2009, 17:18

Moin zusammen,

jetzt hab ich viel über Feltzboote gelesen und stehe selber vor dem Erwerb einer Skorpion 3. Allerdings in Alu. Hat jemand Erfahrung mit dem Material? Lohnt sich der Einsatz von hoch legiertem Alustar? Wie stark sollte das Material sein um als Eisverstärkung zu taugen? Wer macht einen professionellen Innenausbau? Welche Maschinen lassen sich so unterbringen, dass eine vernünftige Wartung möglich ist? Der Block steht sehr tief im Kiel.

Ich bin für jede Antwort dankbar.

schöne Feiertage
Rüdiger
seebaer150
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von seebaer150 » Di 22. Dez 2009, 16:50

Merlin schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Dierk und alle Feltz’ler
>
> Meine Felz passt nicht ganz ins Thema,
>
> Ich besitze eine Feltz IV. 16 Meter und 27 Tonnen
> schwer.
>
> Habe sie in sehr desolatem Zustand, aber günstig
> gekauft.
> Ich restauriere Sie von Grund auf seit
> mittlerweile drei Jahren und komme langsam zum
> Ende. Rechne noch mit einem guten Jahr. Das sind
> aber jetzt nur noch „Kleinigkeiten“.
> War eine echte Schinderei aber die Arbeit hat sich
> wirklich gelohnt.
>
> Von einer Fangemeinde hab ich noch nichts gehört.
> Erst recht nicht hier aus Bayern. Wenn’s doch so
> was ähnliches gibt, wäre schon toll. Größere
> Entfernungen sind für mich kein Problem. Immerhin
> fahre ich zum Restaurieren auch jedes mal rund 800
> Km.
>
> Vielleicht hört oder sieht man sich ja mal.
>
> Gruß Peter
>

Hallo Peter,

Dein Schiff ist nicht zufällig die ehemalige Kairos von Weltumseglerehepaar Koch?

L.G. Jo
seebaer150
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von seebaer150 » Di 22. Dez 2009, 17:16

André bauer schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Jens,
> Du hast recht mit der Aussage, das zwei Versionen
> mit so unterschiedlichen Tiefgängen als
> Kielschwerter kaum Sinn machen.
> Für mich sieht es eher so aus, als wenn die 90cm
> auf das aufgeholte Schwert und die 1,3m auf das
> gefierte Schwert bezogen sind?
> Normalerweise müßte der Kielschwerter deutlich
> mehr Tiefgang haben, als die Festkielversion,
> da der Ballast deutlich wirksamer ist, als das
> Schwert. (Tieferer Schwerpunkt und mehr Masse, als
> das Schwert)
>
> Wenn Du aber sagst, ein Schwert hat außer seinem
> Gewicht keine aufrichtende Wirkung,
> muß ich leider sagen, liegst Du falsch.
> Allein Dein letzter Satz sagt es schon aus:
> Eine höhere Lateralfläche dämpft Rollbewegungen,
> also wird das Schiff steifer=>höhere
> Stabilität.
> Bei einer leichten Jolle mit Holzschwert läßt sich
> das gut erkennen:
> Mit aufgeholtem Schwert ist das Boot am Steg
> merklich instabiler, als mit gefiertem.
> Außerdem kann man wohl kaum erkennen, welchen
> Anteil das Gewicht des Schwertes und welchen
> Anteil seine Fläche hat.
> Das läßt sich nur rechnerisch ermitteln.
> Die Kräfte der Abdrift wirken eher um die Z-Achse
> (Hochachse) des Bootes, daher bringt eine große
> Lateralfläche wenig Abdrift hervor.
> Ansonsten würde man nach Deiner Darstellung gegen
> Abdrift ja mit größerem Tiefgang konstruieren,
> sofern man frei von Vorgaben ist.
> Sicher ist es so, das man auch durch andere
> Maßnahmen wie mehr Tiefgang die Abdrift minimieren
> kann, aber weit weniger effektiv.
> Ansonsten wären ja alle modernen Schiffe den
> Langkielern in Punkto Abdrift unterlegen.
>
> Wenn die Boote tatsächlich soviel tiefer im Wasser
> liegen, würde ich mal im Frühjahr den Kranfahrer
> interviewen, was dessen Waage anzeigt, das dann
> mal mit der Zeichnung abgleichen.
> (Die meisten Autokräne haben eine eingebaute
> Waage)
> Ein schneller Überschlag zeigt bei einer
> Wasserlinienlänge von 8m, Breite 2,5m,
> Tiefgangsdiefferenz 0,2m und einem Völligkeitsgrad
> von 0,5 einen Verdrängungsunterschied zum Entwurf
> von 2 Tonnen auf.
> (8mx2,5mx0,2mx0,5=2 m2 oder 2 to)
> Völligkeitsgrad ist das Verhältnis der
> Wasserlinienfläche zu der reinen Rechteckfläche.
> Das ist deutlich zuviel, als das man so noch gut
> und sicher segeln könnte, da die 2 Tonnen an
> Reserveauftrieb fehlen.
> Auf einem Binnensee macht das sicher nichts aus,
> aber für die Ostsee ist der Freibord schon nicht
> unwichtig.
>
> Grüße,
> André


Hallo Jens, ich gehe mal auf Andree´s Bemerkung ein:

"Wenn Du aber sagst, ein Schwert hat außer seinem Gewicht keine aufrichtende Wirkung,
muß ich leider sagen, liegst Du falsch. "

Andree´s Halbwissen schlägt dem Fass den Boden aus. Du hast vollkommen recht. Nur das Gewicht des Schwertes mit Angriffspunkt im Gewichtsschwerpunkt hat Auswirkung auf den Stabilitätsumfang. Die Lateralfläche wirkt dämpfend auf die Rollbewegung. Natürlich vermindert sich die Rollamplitude ( Größe des Krängungswinkels ) mit zunehmender Dämpfung. Mit größerer Lateralfläche rollt das Schiff langsamer und schwingt weniger über die statische Maximalkrängung hinaus. Dieses "weiter Überholen" verwechselt Andree mit geringerer Stabilität. Wenn die Sicherheit auf See betrachtet werden soll, spielt der Stabilitätsumfang die entscheidende Rolle. Die Grenze beschreibt die Gradzahl der Krängung, an der das aufrichtende Moment gleich null wird und negativ zu werden beginnt.

Also lass Dich nicht verrückt machen.

Wer Erfahrungen über Feltz-Schiffe und deren überlegenen Stabilitätsumfang im Hochseeeinsatz nachlesen möchte, dem seien die Bücher "Verdammt glücklich zu sein" und "Paradies im Stundenglas" vom Weltumseglerpaar Elga und Ernst Jürgen Koch nahegebracht.

Gruß vom seebaer150


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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von seebaer150 » Di 22. Dez 2009, 17:23

...
Merlin
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von Merlin » Di 22. Dez 2009, 18:08

Hallo Jo,

Bin gerade im "Wehnachtsstress"

Trotzdem ganz kurz. Nein meine Felz ist nicht die Vermutete.

Schöne Weihnachten und alle guten Wünsche fürs neue Jahr !

Peter
seebaer150
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von seebaer150 » Di 22. Dez 2009, 18:10

Euch auch und alles Gute zum neuen Jahr

Jo
André bauer
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von André bauer » Di 22. Dez 2009, 18:32

Moin,
Seebär hat wohl Recht, wenn er sagt, dass das Schwert die Rollamplitude verlängert.
Mein Fehler.

Ansonsten wird hier niemand für seine Fehler runtergemacht, nicht wahr Herr Maas.
Das nämlich schlägt dem Fass dem Boden aus.
Um angemessene Ausdrucksweise wird doch gebeten.

Gruß,
André
Gruß,
André

V98 Seebrise
www.bauer-naval-design.de
www.v98-seebrise.de (noch nicht umgezogen)
seebaer150
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von seebaer150 » Di 22. Dez 2009, 18:34

Okay, hast Recht. Tschuldigung

Gruß Jo
elb_segler
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Re: Feltz Stahlyacht

Beitrag von elb_segler » So 27. Dez 2009, 20:04

Eigentlich war das Thema ja wohl vor 1 Jahr abgehakt. Der Vollständigkeit halber:
Seebaer: Es ging nicht um mein Schiff, sondern um ein zum Verkauf stehendes, welches baulich verändert wurde.
Andre: Die Differenzen im Betrachtungswinkel waren beigelegt.
Ich fürchte nur, der Verlauf der Diskussion war für den potentiellen Käufer nicht sehr hilfreich. Ich habe leider nichts darüber gelesen, ob er gekauft hat.
Feltz hat diese Schiffe wie gesagt in unterschiedlichen Varianten gebaut, wobei anscheinend auch spezielle Wünsche der zukünftigen Eigner berücksichtigt wurden. Rigg und Ausbau variieren in der Ausführung, da diese individuell von den Eignern erstellt oder in Auftrag gegeben wurden.

Gruß Jens
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