P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Antworten
P57
Beiträge: 2
Registriert: Di 31. Dez 2019, 10:34
Wohnort: Quedlinburg

P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Beitrag von P57 » Sa 4. Jan 2020, 19:10

Hallo Seglerfreunde,

mein 15-er Jollenkreuzer, Baujahr 1968, war von meinem Vorgänger vor ca. 10 Jahren mit flüssigem Kunststoff, wie man ihn z.B. beim Bau von Duschen zum Abdichten verwendet, im Unterwasserbereich beschichtet worden. Das Boot war auch jahrelang recht dicht. Nach 2 bis 3 Stunden zog es kein Wasser mehr und die Bilgenpumpe hatte nichts mehr zu tun. Allerdings wurde die Beschichtung mit den Jahren hart und spröde, so dass sie an mehr und mehr Stellen aufplatzte. Diese Stellen reparierte ich im Winter immer mit Primer der Firma Höveling, bevor ich Antifouling strich. Vor 2 Jahren war die Schicht dann so dick und brüchig, dass ich sie komplett abgezogen habe. Der Neuaufbau erfolgte mit Höveling Universalgrund (6x) und 2 Schichten Antifouling.
Leider war das Ergebnis im nächsten Frühjahr ein deutlich stärkerer Wassereinbruch als zuvor. Erst nach 2 Tagen konnte die Pumpe aufhören zu pumpen. Und auch während der Saison nahm das Boot an manchen Segeltagen bis zu 2 Eimer Wasser. Das wiederholte sich im letzten Jahr.
Nun möchte ich gern versuchen, das Unterwasserschiff doch wieder etwas dichter zu bekommen. Kalfatern scheidet bei einem Leistenbau aus, denn die Mahagonileisten sind nur ca. 4-5 cm breit und ca. 12 mm stark.
Also bleiben z.B. diese 3 Möglichkeiten:
  • Epoxy-Beschichtung - möchte ich nicht
  • Plankenstöße mit Dreieckklinge anritzen und/oder mit Multitool max. 2 mm einsägen und mit Pantera verspachteln.
Was meint Uhr? Gibt es mit der Variante 3, die ich diesen Winter probieren möchte, Erfahrungen? Oder gibt es noch ganz andere Möglichkeiten?
Für jeden Ratschlag wäre ich sehr dankbar, nachdem ich das Web und mehrere Foren vergeblich durchsucht habe.
Steffen Kecke (P57)
Quedlinburg
balkweger80
Beiträge: 1
Registriert: Mo 6. Jan 2020, 16:54

Re: P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Beitrag von balkweger80 » Mo 6. Jan 2020, 16:58

Guten Abend,

am besten ist es, das Unterwaaserschiff auszuleisten.
Dabei wird das Boot auch wieder steifer.
Geht sogar bei sehr schmalen Leisten. 40mm sind ja auch eher schmale Planken.
Vielleicht mal die Suchfunktion mit Ausleisten als Suchwort nutzen.

Grüße

Jens
helmsman-2
Beiträge: 22
Registriert: Mi 1. Jan 2020, 13:32

Re: P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Beitrag von helmsman-2 » Mo 6. Jan 2020, 21:06

Hallo Steffen,

ich weiss nicht, ob die Leisten bei Deinem Boot quer genagelt sind. Das würde den folgenden Vorschlag erschweren oder vielleicht sogar unmöglich machen. Aber falls nicht, würde ich als die sauberste und "organischste" Lösung Ausleisten sehen.
Evtl. kann man mit einem geeigneten Werkzeug (Hartmetall besetztes Sägeblatt) die Nägel durchtrennen. Wie lange das Sägeblatt dabei hält, weiss ich nicht. Kupfernägel wären gar kein Problem, aber ich glaube, in der Regel wurden verzinkte Nägel verwendet.
Man kann Sägeblätter relativ günstig mehrere Male nachschleifen lassen. Ich persönlich habe zum Sägen von Fugen zum Ausleisten mit einer Lamellofräse gute Erfahrungen gemacht.

Viele Grüße und viel Erfolg

Klaus
Irrwisch_P32
Beiträge: 4
Registriert: Di 7. Jan 2020, 10:17

Re: P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Beitrag von Irrwisch_P32 » Di 7. Jan 2020, 11:12

Hallo Steffen,

wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.
Wir lassen unseren Jolli Baujahr 1936 jedes Frühjahr in Ruhe Quellen. Dazu wird er aber nicht ins Wasser geschoben und gegen die eindringende Brühe angepumpt. Wir legen das Boot ca. eine Woche vor dem Krantermin mit alten Handtüschern und Decken aus, die dann mit dem Gartenschlauch kräftig gewässert werden. (Das Leitungswasser steht dann fast bis zu den Bodenbrettern) Wenn der Trailer etwas höher wäre könnte man das ganze glatt als Dusche verwenden. Je nach Wetter nach 2 Tagen etwas Wasser nachfüllen und zum Kranen die alten Lappen aus dem Boot nehmen. Wenn das Boot dann im Wasser ist macht es nur noch sehr gering Wasser. So maximal 5l in der ersten Woche.
So lange das noch gut klappt werde ich mein Boot jedenfalls nicht beschichten oder die Plankenstöße auusleisten.

Gruß Olaf
P57
Beiträge: 2
Registriert: Di 31. Dez 2019, 10:34
Wohnort: Quedlinburg

Re: P-Boot Leistenbau - Wie bekomme ich das Unterwasserschiff einigermaßen dicht?

Beitrag von P57 » Di 7. Jan 2020, 20:37

Hallo Olaf und Klaus,

vielen Dank für die Antworten.

Zum Ausleisten: Daran habe ich auch schon gedacht. Ein Bootsbaumeister hat mir aber erklärt, dass das aufgrund der vielen schmalen und mit 12 mm dünnen Leisten kaum möglich ist. Außerdem sind die Leisten in der Tat mit verzinkten Nägeln verbunden. Bei normalen Planken würde ich es wahrscheinlich versuchen.

Ja, und der Einwand mit der Arbeit, die man sich macht, ist durchaus berechtigt. Bevor es im Frühjahr ins Wasser geht, werde ich das Boot wie beschrieben wässern und somit vorquellen lassen.
Trotzdem möchte ich testen, ob sich mit Pantera wenigstens die offensichtlichsten Plankenstöße für mehr als eine Saison schließen lassen.
Hat jemand Erfahrung mit Pantera? Kann man es direkt auf Holz verwenden, oder sollte grundiert werden - zum Beispiel mit G4?

Viele Grüße,
Steffen
Steffen Kecke (P57)
Quedlinburg
Antworten