15er Jollenkreuzer Fragen

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Patrick15er
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15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Patrick15er » Do 30. Jan 2020, 17:45

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe ab nächster Woche einen 15er Jollenkreuzer Mahagoni Vollholz BJ1966 von der VEB Yachtwerft Berlin. Ich segele nun seit vielen Jahren, vor allem Binnen Regatta X99 Klasse und davor hatte ich nen 420er und wollte mich nun vergrößern und verschönern ;)

Ich habe mich nun schon länger mit dem Thema Holzboot und Jollenkreuzer beschäftigt und auch schon einige Bücher gelesen, aber es gibt dann doch ein paar Fragen die ich gerne einfach mal stellen möchte in der Hoffnung hier zahlreiche Antworten, Tips etc zu bekommen.
Ich werde zwei Planken und ein paar angebrochene Spanten beim Bootsbauer in der Werft ersetzen lassen, die Schleif und Lackierarbeiten möchte ich selbst machen.

1.) den Rumpf insbesondere die Bilge und das Überwasserschiff innen würde ich alles gründlich schleifen, genau wie das Cockpit und die Bodenbretter und danach alles mit 1K Epifanes Klarlack lackieren. Spricht etwas dagegen. ich habe unterschiedliche Meinungen gehört zum Theme Planken von beiden Seiten lackieren vs. von innen ölen. Nachteil beim Ölen ist wohl die haltbarkeit und schlechtere lackier und Bild[/img][/img]reparierfähigkeit, beim Lackieren soll das Holz nicht mehr so gut atmen können, aber ich kann schlecht einschätzen ob das etwas ausmacht, hat hier jemand von euch selbst negative Erfahrungen gemacht?
2.) Rumpf über und unterwasser außen ist bereits gemacht, teak deck würde ich erst nächstes Jahr schleifen, Cockpit eher optisch wichtig, rumpf innen dagegen nun ein Muss, macht die Reihenfolge so Sinn? Das Boot stand zwei Jahre Trocken, sollte ich es vor dem Früherjahr oder lackieren mal wassern oder besser erst fertig und dann im April wassern
3.) Das Boot wird leider immer draußen unter einer Plane und im Sommer nicht durchgehend im Wasser sein. Ich weiß das ist nicht ideal, aber hat jemand eine ähnliche Situation und Tipps dafür, wie regelmäßig wässern oder speziell im Winter unter der Plane entfeuchten, etc.?
4.) Ich habe einen Alumast der auch in dieser Typischen Mastfussvorichtung steht, kann mir jemand erklären wie das stellen und legen funktioniert und ob das immer direkt ohne kran geht oder es spezielle Vorrichtungen braucht (Die es vielleicht gibt ?
5.) ich habe 2 alte kleine Focks ~5qm oder sowas und ein Großsegel das noch ganz ok ist. Hat jemand tips für gebraucte segel oder günstige Vorsegel, gibt es andere Segel die passen. Hat jemand auf den alten b-booten auch größere Genuas, und bis welche Größe macht hier sinn. Hat jemand einen Genacker/Blister zum reinen fahrtensegeln nachgerüstet, ich hatte mal nen Boot da ging das sehr einfach mit bergeschlauch etc sogar einhand, hätte gerne was für raumere winde und generell noch etwas mehr für sommerliche leichtwind binnentage, also jeder tipp hier ist willkommen
6.) Gibt es hier 15er segeler aus dem Rhein Main gebiet oder Bodensee die interesse an nem Treffen hätten, hab leider noch nicht soviele gesehen
7.) Thema Motor: derzeit 5 ps honda AB, ich habe da ich elektroroller (nicht escooter) fahre auch noch 3 größe LI-on 48Volt akkus, suche daher einen 48 oder mehr Volt Aussenboarder der bezahlbar ist ohne Torquedoo Aufpreis und Ohne Akku, einfach nur zum Hintendranhängen. Einen in 12volt habe ich bereits, sowas nun gesucht in 48Volt.
8.)Wie bekommt ihr eure 15er dicht, handtücher viel wassern tagelang und dann mit bilgenpumpe an steg ? habt ihr ne empfehlung für ne tauchpumpe die im Notfall auch wirklich was rauspumpt
9.) Stichwort Mangelnde Kentersicherheit bzw. keine Unsinkbarkeit, hat jemand von euch Luftsack oder so im Boot für den Worst Case, oder gibts da nichts?
10.) ich möchte selbst Polster & Matrazen zum schlafen austatten ohne dabei ein vermögen zu bezahlen, habt ihr tipps und ideen zu stoffbezügen , schaumstoff, bauideen und quellen wo es was gibt
11.) wo habt ihr eure batterien untergebracht an Bord, damit sie weder nass werden noch vom schwerpunkt zu hochstehen
12.) Das deck hinten am Spiege löst sich und sollte korstruktiv verstärkt werden, wie gehe ich hier am besten vor, hat das schon jemand von euch mal gemacht?

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Das solls mal fürs erste sein an Fragen, hier noch paar Bilder:
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helmsman-2
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von helmsman-2 » So 2. Feb 2020, 22:17

Hallo Patrick,

hübsches Boot. Viele Fragen.

Zu zwei Deiner Fragen möchte ich Dir eine Antwort (oder meine Meinung) geben.

zu Frage 1:
Ich würde immer abraten, ein Boot von innen mit einer schichtbildenden Farbe (und dazu gehört auch Klarlack) zu behandeln. Der Lack bildet eine zusammenhängende, geschlossene Schicht. Das verhindert nicht nur die Atmung, was vielleicht nicht weiter schlimm wäre, wenn das Boot innen definitiv trocken wäre. So wie das bei Deinem Boot aussieht, ist das Boot innen nicht trocken.

Das Wasser kommt irgendwo immer unter den (Innen-)Lack (z.B. durch die Plankenfugen, von dort unter die Spanten, wo es sich dann zwischen Spanten und Planken weiter verteilen kann). Und da sitzt es dann und kommt nicht mehr raus und beginnt sein zerstörerisches Werk.

Besonders schlimm ist m.E. sogenannte Bilgenfarbe, die beginnenden Rott auch noch farblich kaschiert und schön als Schicht stehen bleibt, wenn das Holz darunter schon weggerottet ist. Da ist Klarlack nicht wesentlich besser, ausser dass man vielleicht besser zugucken kann, wie es rottet.

Wenn Du eine Klarlackschicht erneuern willst, also darüberstreichen willst, musst Du die Farbe vorher überall anschleifen, sonst hält der Folgeauftrag nicht. Das Schiffsinnere ist ja nun keine einfache, relativ glatte Oberfläche, wie z.B. die Aussenhaut. Das durch Spante, Wrangen und Einbauten zerklüftete und teilweise schwierig zugängliche Schiffsinnere alle paar Jahre abzuschleifen möchte man nur seinem ärgsten Feind wünschen.

Öl dagegen dringt überall hin, wo auch das Wasser hingelangen würde. Es dringt ins Holz ein, es zieht sich durch die Kapillarwirkung zwischen Spante und Beplankung und in Fugen, da wo niemals Farbe hingelangen würde. Wenn man das oft genug macht, dann nimmt das Holz so viel Öl auf, bis es kein Wasser mehr aufnimmt, oder zumindest wasserabweisend wird.

Das schöne an Öl ist auch, dass man diese Prozedur jedes Jahr wiederholen kann, ohne dass man die Oberfläche anschleifen muss. In kleine Risse oder Spalten, die sich durch das Arbeiten des Holzes gebildet haben, zieht das Öl sofort hinein und versucht so tief wie möglich einzudringen, (was sonst das Wasser machen würde). Geöltes Holz kann auch mal einen kleinen Kratzer vertragen. Da das Öl keine Schicht wie Farbe bildet, kann es auch nicht von Wasser unterwandert werden, das unter dem Lack unentdeckt sein Werk verrichtet.

Ich spritze mein Boot jedes Jahr im Herbst, nachdem ich es komplett leergeräumt und gereinigt habe, komplett mit Deksolje aus. Auch unter und hinter Balkweger, unter das Deck usw. Überall. Ich verwende hierfür inzwischen eine Gartenspritze mit einer verlängerbaren Lanze und komme damit relativ bequem in die entlegensten Winkel. Im Herbst deshalb, weil das Boot dann noch dicht ist und das Öl nicht durch irgendwelche Plankenfugen nach draussen läuft. Das überschüssige Öl kann man in der Bilge einsammeln und nochmals verspritzen (mehr hilft mehr) oder für das nächste Jahr aufheben. Ich benötige für mein Boot so ca. 1-2 Liter im Jahr (diese Menge bleibt im Boot). Dadurch dass ich das Boot im Herbst einöle, trocknet es m.E. auch langsamer aus und die Planken öffnen sich im Frühjahr nicht so schnell.

Im Übrigen meine ich, dass ein Boot innen, zumindest nach wenigen Tagen, trocken sein muss. Einem Boot, in dem dauernd Wasser steht, geht es nicht gut. Selbst Regenwasser, z.B. durch eine undichte Persenning oder am Mastdurchlass, muss möglichst schnell (wenn es sein muss täglich) aus der Bilge geholt werden. Wenn Wasser in der Bilge steht, verrotten Spantenden und Wrangen und die Verbindungen zum Schwertkasten werden lose. Ein bisschen davon kann man auf den Bildern Deines Bootes leider schon sehen.

Zu Deiner Frage 10: Ich habe mir bei IKEA die billigsten Matratzen besorgt (sogar der Versand ist günstig). Ich habe den Schaumstoff aus dem Bezug geholt (der Bezug hat freundlicherweise sogar einen Reissverschluss) und den Schaumstoff an die Form der Kojen angepasst. Dann habe ich die Matratzenbezüge auch noch entsprechend angepasst und habe nun tolle (und günstige) Matratzen. Für das Geld bekommst Du nicht mal den Schaumstoff alleine.

Beim Jollenkreuzer ist es allerdings so, dass die Matratzen, sobald auch nur wenig Wasser im Boot ist (z.B. durch den Schwerkasten nach oben spritzendes Wasser oder überkommendes Wasser), bei Lage nass werden. Hier würde ich empfehlen, sie zum Segeln in einen wasserdichten Sack zu packen, wenn Du nicht auf nassen Matratzen schlafen willst.

Ich wünsche Dir viel Spass und Erfolg beim Renovieren Deines Bootes und natürlich beim Segeln. Jollenkreuzer sind tolle und schnelle Boote.

Klaus
Irrwisch_P32
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Irrwisch_P32 » Mi 5. Feb 2020, 09:40

Hallo Patrick,

im Prinzip möchte ich mich Klaus Aussagen anschließen. Lack, egal ob klar oder farbig hat in der Bilge nichts zu suchen. Wenn schon was farbiges, dann Leinölmennige. Aber die bekommt man ja leider nicht mehr. :( Hol den losen Gammel aus der Bilge und dann behandele sie mit reichlich Boracol, damit die lieben Einzeller das Zeitliche segnen. Wenn dir das nackte Holz nicht gefällt kannst du die Bilge gerne mit Öl behandeln. Aber wirklich notwendig ist das nicht. Ich habe bei meinem Boot vor ca 10 Jahren letztmalig Öl in der Bilge verteilt. Dem Holz schadet das definitiv nicht. Eine Woche bevor das Boot ins Wasser kommt wird der Rumpf mit alten Decken und Handtüchern ausgelegt und dann mit dem Wasserschlauch kräftig ausgespritzt. Die Woche über die Handtücher feucht halten und das Boot ist hinreichend dicht. Wenn es dann ins Wasser kommt macht es den 1. Tag noch gut 5-6 Liter Wasser. Eine Pumpe ist am Steg definitiv nicht notwendig. Allerdings macht das Boot in der Saison wärend des Segelns ein paar Liter Wasser weil die Planken oberhalb der Wasserlinie austrocknen. Davor kann man sich nicht zu 100% schützen. Auch mit einer Persenninng nicht. Auf die Persenning sollte man auf keinen Fall verzichten. Außerdem ist es wichtig nach dem Segeln die Bodenbretter zumindest in der Kajüte und die Ploster hoch zu stellen, damit der Bereich darunter gut belüftet ist. Eindringendes Wasser trocknet dann schnell ab.
Patrick15er
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Patrick15er » Do 6. Feb 2020, 11:36

Hallo Klaus, hallo Irrwisch,

vielen Dank für eure Kommentare

Was den Lack in der Bilge und im Rumpf Innen angeht, hatte ich auch gegenteilige Meinungen schon von Bootsbauern gehört - nämlich nicht ölen sondern besser lackieren. farbig lackieren wollte ich sowieso nicht, möchte schon sehen wie das Holz drunter aussieht um Schäden frühzeitig erkennen zu können. Da in meiner Bilge offensichtlich längere Zeit Wasser stand müssen hier auch zwei Planken ersetzt und einige Spanten geschäftet werden. Da ich mir insbesondere den Plankentausch nicht zutraue werde ich das vom Bootsbauer erledigen lassen. Durch eure Antworten tendiere ich mehr zu doch mehr zu ölen. Wieviel Boracol brauche ich denn ca. - Wie sehr zieht das ein, und wie ist da die Anwendung - mit Pinsel wie beim Ölen?
Was Ölen angeht ich hatte and Owatrol D1 und danach D2 gedacht, ist das sinnvoll als Alternative zur Klarlackbehandlung mit Epifanes Klarlack?

Was das wassern angeht, muss ich bei den Alten Decken auf etwas achten, ich habe alte decken die ggf. vielleicht stark fusseln und wo ich mir nicht auch sicher bin ob die nicht schon nicht schon bei Pfereden etc waren vorher waschen und dann rein - oder ist das ne dumme Idee?

Was die Bodenbretter angeht, die stelle ich eh immer bei jedem Boot auf nach verlassen, das war schon bei den GFK Booten so, habt ihr noch nen Tipp was Polster und Wassersicherheit angeht, ich stelle mir das einpacken in Plastiksäcke doch auf dauer etwas nervig vor, sprich gibt es ggf. alternativen mit wasserdichtem stoff oder hat jemand aufblasbare oder gar eine wasserdichte hülle?

Da es am Samstag losgeht mit Schleifen, habt ihr hierzu noch Tipps ? Ich habe bisher alles mit Exzenterschleifer, Deltaschleifer und handschleifmaus geschliffen von grob nach fein meist so 80/120 -> ... 240er. Insbesondere bei den vielen Spanten und Wrangen sicher nicht ganz so einfach wie bei Brettern und Paddeln, Leitern, handläufen etc. was ich bisher schon gemacht habe.

Was das Ölen angeht, wie sollte da die temperatur sein und wie lange lass ich das einziehen und wie oft wiederhole ich den Vorgang?

Danke euch schon mal und bin immer froh über weitere Anmerkungen auch zu meinen anderen Fragen.
helmsman-2
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Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von helmsman-2 » Do 6. Feb 2020, 20:39

Hallo Patrick,

ich will mal nur kurz antworten und auch nur da, wo ich etwas zu sagen habe:

D2 würde ich weglassen, das ist nämlich schon wieder so eine Art schichtbildender Decklack und ich bin mir nicht sicher, ob man da dann einfach wieder mit D1 draufgehen kann.

Zum Ölen kann es ruhig auch Null Grad haben. Deksolje wird nicht (oder zumindest nicht merkbar) zäher oder dickflüssiger.
Das Ölen solltest Du anfangs ruhig ein paar mal machen, Trocknungszeit ist m.E. unerheblich, Du kannst sofort nochmal drübergehen, nach ein paar Stunden oder auch nach Tagen. Richtig nass in nass ist wohl am besten, aber das sind wahrscheinlich alles so Empfehlungen, die zwar richtig sind, aber den ganz großen Unterschied merkt man dann doch nicht. Man muss machen, was praktisch geht.

Ich streiche übrigens auch gerne Klarlack (Epifanes) bei niedrigen Temperaturen (bis knapp über Null Grad), weil der Lack dann Zeit hat sich glatt zu ziehen (der Pinselstrich verschwindet). Ist zwar ein bisschen zäher und mühsamer zu streichen (nicht zu dick streichen !), aber die Mühe lohnt sich. Und etwas Owatrol (ca. 5%) in den Lack lässt diesen etwas elastischer bleiben, er verläuft noch besser und wird glänzender.

Schleifen ist eine mühsame Sache und deshalb versuche ich nur so fein wie nötig zu schleifen, vor allem, weil sehr feines Schleifen vielleicht noch ein paar Prozent Verbesserung bringt, aber mit welchem Aufwand? Ich persönlich schleife mit etwa 100 -150 an. 240er ist ja schon sehr fein und meines Erachtens sieht man nicht unbedingt ein besseres Ergebnis (ausser man steht direkt davor). Für mich muss eine Lackierung technisch in Ordnung sein und ihre Schutzfunktion erfüllen, optisch muss sie nicht 100% sein, zumal man ja in einem oder zwei Jahren wieder die Chance hat, es besser zu machen. So gibt es bei mir durchaus mal einen Läufer oder das eine oder andere Staubkorn oder auch Fliegen und Mücken setzen sich gerne auf meinen frischen Lack. Das fällt mir später beim Segeln nicht mehr auf... und anderen sowieso nicht.

Viele Grüße

Klaus
Irrwisch_P32
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Registriert: Di 7. Jan 2020, 10:17

Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Irrwisch_P32 » Mo 10. Feb 2020, 16:16

Hallo Patrick,
was das Öl und das Schleifpapier angeht möchte ich mich Klaus anschließen. Du solltest alles vermeiden was eine dichte Oberfläche ergibt. Die Feuchtigkeit aus dem Holz muss schließlich in die Umgebung entweichen können. Wenn das Holz aber zu beiden Seiten dicht verpackt ist, dann kann es nirgendwo hin. Da ist der Rott schon vorprogrammiert. Die einzige Rottstelle in meinen Boot im Rumpf ist dort wo mal ein Saugschlauch einer Lenzpumpe lag. Da hatte sich innerhalb einer Woche Rott gebildet. Ist aber über 20 Jahre her da gab es noch wirkungsvolle Mittel wie Intertox.
Warum willst du denn die Polster in Plastik packen ? Wenn das Boot in der Saison Wasser macht, dann läuft es zwischen den Planken durch. Um zu verhindern das die Polster nass werden müssen sie einfach keinen Kontakt zur Bordwand haben. Dazu reicht meistens die Spantung als Abstandshalter aus. An Spritzwasser aus dem Schwertkasten kann ich mich nicht erinnern, das liegt aber an der Konstruktion von Schertkasten und Abdeckung. Wenn es spritzen sollte wäre die Montage von Schwertlippen sicherlich die bessere Lösung als die Ploster in Plastik zu wickeln.

Gruß Olaf
Jolli889

Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von Jolli889 » Mi 12. Feb 2020, 08:01

Hallo und herzlich willkommen. Ich bin damals auch vom 470er direkt zum 15er "aufgestiegen".
Keine schlechte Entscheidung.

Zu deinen Fragen:

4.) Ich habe einen Alumast der auch in dieser Typischen Mastfussvorichtung steht, kann mir jemand erklären wie das stellen und legen funktioniert und ob das immer direkt ohne kran geht oder es spezielle Vorrichtungen braucht (Die es vielleicht gibt ?

Das Stellen des Aluz-Mastes sollte gar kein Problem sein. Da braucht man bei deinem Boot aus meiner Sicht keine Vorrichtung. Da der Mast recht weit vorne steht, hast du einen sehr guten Hebel, wenn du auf dem Kajütdach stehst. Wenn du den Mast hochgestellt hast, muss nur vorne einer das Vorstag festmachen (die Wanten und ggf. Achterstag machst du vorher natürlich dran).

5.) ich habe 2 alte kleine Focks ~5qm oder sowas und ein Großsegel das noch ganz ok ist. Hat jemand tips für gebraucte segel oder günstige Vorsegel, gibt es andere Segel die passen. Hat jemand auf den alten b-booten auch größere Genuas, und bis welche Größe macht hier sinn. Hat jemand einen Genacker/Blister zum reinen fahrtensegeln nachgerüstet, ich hatte mal nen Boot da ging das sehr einfach mit bergeschlauch etc sogar einhand, hätte gerne was für raumere winde und generell noch etwas mehr für sommerliche leichtwind binnentage, also jeder tipp hier ist willkommen

Da es durch die Klassenvorschrift sehr viele unterschiedliche Takelungsgrößen gibt, ist das mit gebrauchten Segeln sehr schwierig. Die Genua kann bei deiner Takelung nicht sehr groß werden. Bei wenig Wind ist eine sehr große Genua auch in der Wende sehr lästig. Ich würde für raumere Winde eher den vorgesehenen Spi nehmen. Da kann durchaus auch mal ein gebrauchter reichen, allerdings bitte bei dem Boot nicht die erlaubten 50 qm ausnutzen, sondern so zwischen 30 und 40 bleiben.

Für neue Segel muss man einen Segelmacher am Boot die Maße abnehmen lassen, sonst gibt das nichts. Cornels Latsch von Speedsails ist oft bei Regatten und macht das da. Einfach mal kontaktieren.

6.) Gibt es hier 15er segeler aus dem Rhein Main gebiet oder Bodensee die interesse an nem Treffen hätten, hab leider noch nicht soviele gesehen

Bis 2011 habe ich in Mainz gewohnt und hatte meinen Jolli am Bostalsee im Saarland. Jetzt bin ich wieder in Duisburg und kann dir leider auch keinen dort mehr nennen. Wenn du mal in Duisburg bist, kannst du dich gerne mal melden.

7.) Thema Motor: derzeit 5 ps honda AB, ich habe da ich elektroroller (nicht escooter) fahre auch noch 3 größe LI-on 48Volt akkus, suche daher einen 48 oder mehr Volt Aussenboarder der bezahlbar ist ohne Torquedoo Aufpreis und Ohne Akku, einfach nur zum Hintendranhängen. Einen in 12volt habe ich bereits, sowas nun gesucht in 48Volt.
48 Volt ist in der kleinen Größe, die für den Jolli sinnvoll ist, eher selten. Torquedo ist gut, aber seht teuer. in diesem Thread findest du Details zu meiner Lösung:
viewtopic.php?f=5&t=33307&p=39241#p39241
Bei der Umstellung des Forums ist mein Name irgendwie verschütt gegangen, damals hieß ich P899.
Die Lösung kostet die Hälfte vom Torquedo bei besseren Leistungsdaten. Ich halte es auch für vorteilhaft, die Akkus nicht hinten am Heck zu haben. Wenn man den Außenborder wegräumt, ist das ohne Akkus sehr angenehm.

9.) Stichwort Mangelnde Kentersicherheit bzw. keine Unsinkbarkeit, hat jemand von euch Luftsack oder so im Boot für den Worst Case, oder gibts da nichts?
Ich habe so einen Kentersack: https://www.fockschot-shop.de/de/Rettun ... r.-Volumen
Finde ich sehr empfehlenswert. Hat auch schon 3 mal in 25 Jahren ausgelöst. Einmal im Spind, als durchs Duschen die Feuchtigkeit da sehr hoch war, einmal bei einem Mastbruch und einmal bei einer Kenterung. Ich würde ohne nicht segeln (außer bei extrem wenig Wind).

Viele Grüße

Michael
r1367
Beiträge: 3
Registriert: So 2. Feb 2020, 20:44

Re: 15er Jollenkreuzer Fragen

Beitrag von r1367 » Mi 12. Feb 2020, 22:19

helmsman-2 hat geschrieben:
Do 6. Feb 2020, 20:39
Das Ölen solltest Du anfangs ruhig ein paar mal machen, Trocknungszeit ist m.E. unerheblich, Du kannst sofort nochmal drübergehen, nach ein paar Stunden oder auch nach Tagen. Richtig nass in nass ist wohl am besten, aber das sind wahrscheinlich alles so Empfehlungen, die zwar richtig sind, aber den ganz großen Unterschied merkt man dann doch nicht. Man muss machen, was praktisch geht.
Bei mir im familiären Umfeld gab es einmal Ärger mit D1 (wurde scheckig) - als eben nicht 20 Schichten nass-in-nass aufgebracht wurden, sondern an einem Tag 2 oder 3 Schichten, dann ein paar Tage später wieder etc. Inwieweit dies wirklich ursächlich war, weiß ich nicht, aber auffällig war es auf jeden Fall.
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